Warum die Nachsorge bei Schönheitsoperationen nicht vernachlässigt werden sollte:
Eine Operation bedeutet stets eine Belastung für den Körper. Auch bei einer Schönheitsoperation wird in das Gleichgewicht des Körpers eingegriffen, was Stress für ihn verursacht. Um den Körper bei der Genesung zu unterstützen und den Heilungsverlauf möglichst komplikationslos zu gestalten, ist die richtige Nachsorge nach einer Operation sehr wichtig. Postoperative Massnahmen können sich positiv auf den Prozess der Heilung auswirken und so zu einem zufriedenstellenden Behandlungsresultat beitragen. Dabei ist sowohl die ärztliche Nachsorge im Rahmen von vorgeschriebenen Nachsorgeuntersuchungen als auch die häusliche Nachsorge von Bedeutung.
Eine ärztliche Nachsorge nach einer Schönheitsoperation ist wichtig
Als Laie ist es nicht immer möglich, selber zu beurteilen, ob bestimmte Interventionen für den Heilungsprozess notwendig sind. Selbst wenn es nach der Schönheitsoperation zu keinen Beschwerden kommt, sollten dennoch die ärztlichen Nachuntersuchungstermine eingehalten werden. Dadurch können mögliche Komplikationen schneller entdeckt und behandelt werden. Schon vor einer Schönheitsoperation muss dem Patienten der Behandlungsplan inklusive aller geplanten Nachsorgeuntersuchungen ausgehändigt werden. Schliesslich muss der Patient früh genug Zeit für Nachuntersuchungen einplanen können. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass alle Bedingungen des Behandlungsvertrages verständlich und transparent dargelegt werden. Sollten bezüglich der Qualifikation des Arztes Bedenken bestehen oder der Vertrag ungenügend sein, sollten Patienten von einem geplanten Eingriff Abstand nehmen. Aus verschiedenen Gründen sollten ärztliche Nachsorgetermine wahrgenommen werden. Hierbei stehen ein zufriedenstellendes OP-Ergebnis und ein schneller Heilungsverlauf im Fokus. Wenn bei einem derartigen Nachsorgetermin Probleme festgestellt werden, können meistens durch ein schnelleres ärztliches Eingreifen schlimme Folgeschäden verhindert werden. Infektionen und Entzündungen können rechtzeitig erkannt werden, bevor sie sich ausbreiten. Auch die Abheilung des Gewebes wird bei einer Nachsorgeuntersuchung überprüft. Bei Straffungen, Fettabsaugungen und Brustoperationen wird das Tragen eines Stützmieders in den ersten Wochen nach der OP empfohlen. Im Rahmen der Nachsorge überprüft der Arzt die Wirksamkeit und den Sitz der Kompressionswäsche. Da diese nur bei optimalem Sitz heilungsfördernd wirkt, sollte sie regelmässig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. So kann die Wundheilung effektiv unterstützt und ein narbenarmes Resultat erreicht werden.
Der behandelnde Chirurg hat im Idealfall eine Menge Behandlungserfahrung sammeln können. Er weiss deshalb recht genau, worauf er in der Nachsorgeuntersuchung achten muss. Vor allem Veränderungen oder Komplikationen, die dem Patienten selbst nicht auffallen, erfasst ein erfahrener Chirurg schnell. Die schnelle und effektive Behandlung von Komplikationen unterstützt dabei nicht nur die Genesung des Körpers, sondern kann zudem positive psychische Auswirkungen haben. Das Gefühl der Sicherheit, das mit einer professionellen Behandlung einhergeht, kann Stress seitens des Patienten mindern. Auch dies kann sich positiv auf den Heilungsverlauf auswirken.
Welche Haftung hat der Arzt nach der Schönheits-OP?
Meistens ist eine Schönheitsoperation nicht medizinisch notwendig, sondern dient allein kosmetischen Zwecken. Geht der Eingriff schief, kann der Patient für die verpfuschte Schönheits-OP Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen, wenn der Kunstfehler einen ärztlichen Behandlungsfehler darstellt. Ein solcher Behandlungsfehler liegt dann vor, wenn der Arzt gegen die Regeln der medizinischen Kunst verstösst und dadurch einen Schaden verursacht. Es genügt also nicht, dass das Ergebnis des kosmetischen Eingriffs nicht den Vorstellungen des Patienten entspricht. Die sogenannten Regeln der ärztlichen Kunst beginnen bereits vor der Operation. Patienten müssen die Risiken eines solchen Eingriffs kennen. Damit ist keine verpfuschte Schönheits-OP gemeint, sondern die Gefahr von Entstellungen oder allergischen Reaktionen, die auch bei einem ordnungsgemässen kosmetischen Eingriff eintreten können.
Der Arzt haftet für eine verpfuschte Schönheits-OP, wenn er dieser besonderen Aufklärungspflicht nichtnachgekommen ist. Darüber hinaus können auch folgende Pflichtverletzungen einen Schadensersatz- bzw. Schmerzensgeldanspruch des Patienten begründen:
- Der Arzt operiert nach Methoden, für die er keine Ausbildung besitzt und die er deswegen nicht hinreichend beherrscht.
- Er wendet Verfahrensweisen an, die nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen.
- Der Mediziner handelt entgegen den gesicherten medizinischen Erkenntnissen oder verstösst gegen bewährte Regeln der ärztlichen Behandlung (grober Behandlungsfehler).
Tipp: Manchmal versuchen Ärzte, sich gegen Schadensersatzforderungen für eine verpfuschte OP abzusichern, indem sie die Haftung vertraglich ausschliessen, was nicht zulässig ist. Auch sollten Patienten auf keinen Fall eine Verzichtserklärung für eine verunglückte Schönheits-OP unterschreiben.
Nachsorge nach einer Brust-OP: Was ist in der Nachsorge inbegriffen?
Leichte Schmerzen nach der Operation sind ganz normal, der Körper muss sich noch an die Implantate und an das neue Gewicht gewöhnen. Ausserdem müssen die Wunden verheilen. In den ersten Tagen bzw. in den ersten Wochen wird deshalb ein Kompressionsmieder getragen, der die Brüste optimal stützt und ein Verrutschen der Implantate verhindert. Anschliessend wird für zwei bis sechs Wochen ein spezieller BH getragen, der den weiteren Heilungsverlauf fördern soll. Sofern Fäden vernäht wurden, werden diese in der Regel nach ca. 9 Tagen gezogen. Dafür ist natürlich ein weiterer Besuch beim behandelnden Arzt erforderlich. Insgesamt gehören etwa 2-3 persönliche Kontrolltermine zur Nachsorge nach einer Brustvergrösserung. So kann der Arzt in regelmässigen Abständen prüfen, inwieweit der Heilungsverlauf vorangeschritten ist und steht der Patientin somit auch nach der OP medizinisch und beratend zur Seite. Die Wundpflege der Narbe mit speziellen Salben oder Ölen ist in der Nachsorge nicht direkt enthalten, wird aber dringend von Ärzten empfohlen. Patientinnen sollten bei ihrem Arzt nach entsprechenden Empfehlungen fragen.
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Fazit: Was kann die Patientin selbst tun?
- Ruhe und Entspannung
Unbedingt notwendig ist eine Periode der Entspannung direkt nach der Brustvergrösserung. Das sorgt dafür, dass die Patientin sich nicht überanstrengt und ihrem Körper die nötige Ruhe gibt, sich an die Fremdkörper zu gewöhnen und den Heilungsprozess in Gang zu setzen. Viele gehen dafür auch in die Ferien (nicht in tropisches Klima). - Tragen eines Stütz-BHs
Mindestens 3 Wochen nach der Brustvergrösserung sollte die Patientin permanent einen speziellen Stütz-BH tragen, danach weitere 3 Wochen lang wenigstens nachts. Dieser polstert und stabilisiert die Brust optimal. - Verzicht auf Sport, Wasser & Co.
Auf das Duschen sollte die Patientin die ersten Tage nach der OP verzichten – an die offenen Wunden darf kein Wasser kommen. Erst wenn die Fäden gezogen sind und der Verband entfernt wurde, darf sie wieder normale Körperhygiene betreiben. Auf Sport und andere körperliche Belastungen sollte mindestens 6 Wochen lang verzichtet werden. Auch Besuche in der Sauna und im Schwimmbad sind erstmal tabu. - Schlafposition im Liegen
Generell sollten ruckartige Bewegungen und Stösse gegen den neuen Busen unbedingt vermieden werden, denn diese verursachen nicht nur Schmerzen, sondern können auch die Wundheilung beeinträchtigen. Nach der Brustvergrösserung sollte als Nachsorge auch nicht auf der Brust geschlafen werden – die Patientin sollte nachts möglichst auf dem Rücken liegen.